Pflegefachfrau / Pflegefachmann

Pflegen, beraten, forschen und studieren

Die einen finden „Schwester“ sympathisch, die an­deren nicht mehr zeit­gemäß. Das Verständnis vom Pflegeberuf hat sich gewandelt. Nach dem Pflegeberufegesetz ab 2020 werden die Ausbildungen in der Krankenpflege, der Kinderkrankenpflege und der Altenpflege zusammengeführt und die gemeinsame Berufsbezeichnung Pflegefachfrau/Pflegefachmann festgelegt. Dabei wird es keine vollständige Vereinheitlichung, sondern auch künftig Spezialisierungen geben. Spezialwissen ist für eine individuelle Pflege unverzichtbar. Pflegekräfte müssen für die Pflege von Kindern andere Anforderungen erfüllen als Pflegende, die für ältere Menschen zuständig sind. Das Gesetz gewährleistet eine gemeinsame Grundausbildung mit einer Dauer von drei Jahren. Danach folgt die fachspezifische Ausbildung. Nach der dreijährigen Grundausbildung führen die Fachkräfte die genannte Berufsbezeichnung Pflegefachfrau/Pflegefachmann. Das Pflegeberufegesetz orientiert sich an gestiegenen Ansprüchen im Pflege­berufsalltag und soll zugleich den Pflegeberuf attraktiver machen. Pflegende sind ein wesentliches Bindeglied zwischen Patienten, Ärzten und weiteren Gesundheitsfachberufen. Sie planen, steuern, koordinieren und dokumentieren deutlich mehr als früher. Zur Spezialisierung stehen ihnen viele Fachbereiche offen. Über 50 Pflege­studien­gänge in Deutschland ermöglichen zudem eine Qualifikation an Hoch- oder Fachhochschulen. Das Ziel ist dabei meistens die Über- nahme von Aufgaben im höheren Pflegemanagement. Gut ausgebildete Pflegekräfte sind in der ganzen Welt gefragt. Die Einsatzmöglichkeiten sind so vielfältig wie in kaum einem anderen Beruf.

Bezeichnung des Berufsabschlusses

Pflegefachfrau / Pflegefachmann

Vorausgesetzte Eigenschaften

  • Fachoberschulreife oder ein gleichwertig anerkannter Bildungsabschluss oder eine abgeschlossene Ausbildung zur/zum Gesundheits- und Krankenpflegehelfer/in (mindestens einjährige Ausbildung)
  • Verantwortungsbewusstsein, Selbst­ständigkeit, Sorgfältigkeit, Zuverlässig­keit, Ehrlichkeit
  • Interesse an medizinischen Sachverhalten
  • Freude im Umgang mit Patienten vom Kindes- bis ins hohe Lebensalter
  • Kontaktfreude mit gutem Einfühlungsvermögen

Ausbildungsziele

  • Entwicklung von fachlichen, sozialen, methodischen und personellen Handlungskompetenzen nach anerkannten pflegewissenschaftlichen, insbesondere den medizinisch-pflegerischen, Erkenntnissen
  • Verantwortliche Mitwirkung bei der Heilung, Erkennung und Verhütung von Krankheiten
  • Professionelle Pflege unter den Aspekten der Prävention, Kuration, Rehabilitation und des Palliativ Care zur Wiedererlangung, Verbesserung, Erhaltung und Förderung der physischen und psychischen Gesundheit des Menschen