Chefarztwechsel in der GLG Fachklinik Wolletzsee

Dr. Christian Brüggemann gibt die Leitung der Neurologie nach 24 Jahren an Sven Rekow ab
 
In einer emotionalen Veranstaltung ist an diesem Freitag in der GLG Fachklinik Wolletzsee Dr. Christian Brüggemann in den Ruhestand verabschiedet worden. Die feierliche Zeremonie mit dem anschließenden alljährlichen Sommerfest für die Mitarbeiter bildete den Abschluss einer ganzen Verabschiedungswoche, in der Kollegen, Partner und Weggefährten dem scheidenden Chefarzt ihren Dank und ihre Anerkennung aussprachen. Viele Erinnerungen und Anekdoten wurden ausgetauscht und auch die eine oder andere Träne kullerte.

24 Jahre an einer Wirkungsstätte: Dr. Christian Brüggemann hat die Wolletzklinik fest in sein Herz geschlossen. Warum? „Die Menschen sind’s, ich habe mich einfach immer wohl und gut aufgehoben gefühlt“, sagt er ohne ein Zögern. Ob es sein unmittelbares Team von Ärzten, Therapeuten, Pflegekräften, der Klinikleitung oder die Mitarbeiter in Küche oder Service seien, „die Kollegen sind freundlich und aufgeschlossen, arbeiten über die Berufsgruppen hinweg eng und vertrauensvoll miteinander, achten und respektieren sich“, zählt er auf. Mit vielen Kollegen und Kolleginnen arbeitet er seit Jahren und zum Teil auch Jahrzehnten zusammen. Das schweißt zusammen. „Ich bedaure also nicht, als Arzt aufzuhören, sondern nicht mehr jeden Tag hier zu sein.“ 

Dr. Christian Brüggemann hat Spuren hinterlassen in Wolletz. Dabei sah es 2002, als ihn Kollegin Ruth Kirsch von ihrem Wechsel in die Rehaklinik berichtete, zunächst noch nicht nach Liebe auf den ersten Blick aus. Als Facharzt im Akutkrankenhaus in Berlin-Neukölln hatte er durchaus schon mit einer Tätigkeit in der Reha geliebäugelt und erste Erfahrungen gesammelt. „Aber als man mir erzählte, dass ich in Wolletz einen Posten übernehmen würde, den zuvor vier Chefärzte in zwei Jahren wieder aufgegeben hatten… sagen wir so, ich war gespannt“, erinnert er sich. Wolletz aber wusste zu punkten: Die idyllische Umgebung und eine Klinik im Aufbau waren nur zwei Kriterien. Die Reha bot zudem deutlich mehr Zeit für die Patienten. Und natürlich waren es wieder die Menschen vor Ort, die dem „Wessi“, wie Brüggemann sich erinnert, aufgeschlossen entgegentraten und ihn von Beginn an für sich einnahmen. Ihnen sei es auch zu verdanken, dass sich die Neurologie in Wolletz neben der Kardiologie als Fachgebiet etabliert hat und mit den Jahren weitere Patientengruppen dazugewonnen werden konnten. „Das war nur möglich, weil ich immer engagierte Oberärztinnen und Oberärzte an meiner Seite und einfach rundherum ein tolles Team hatte. Ja, das werde ich vermissen“, sagt der scheidende Chefarzt.

Worte zum Abschied
Der Abschied fällt schwer – auch für die Wolletzer, die bleiben. Schon seit feststand, dass für Dr. Christian Brüggemann der (Un-)Ruhestand bevorsteht, wurden Pläne geschmiedet für Geschenke, Reden, Überraschungen. Viele Kollegen machten in dieser „Verabschiedungswoche“ noch einmal Halt beim Chef, wollten die Gelegenheit nutzen, sich persönlich und unter vier Augen zu bedanken und alles Gute zu wünschen. Bei der feierlichen Verabschiedung an diesem Freitag kamen dann neben den Wolletzern auch Kollegen aus dem GLG-Verbund sowie Unterstützer und Partner dazu, die Dr. Christian Brüggemann würdigten und seine Verdienste um die Wolletzklinik betonten. Neben seiner fachlichen Kompetenz wurde dabei wiederholt seine menschliche und besonnene Art, sein offenes Ohr und seine Wertschätzung gegenüber allen Kollegen betont. 

In seinen Abschiedsworten verweist Kai Burmeister, Prokurist der GLG, auf die Analogien zum 24-jährigen Ehejubiläum. „Dieses Jubiläum steht für eine Beziehung, die mit Geduld aufgebaut wurde, geprägt von gemeinsamen Erinnerungen und einer Verbundenheit, die sich über die Jahre verfeinert hat. Es steht für eine stabile Beziehung, geformt durch gemeinsame Erfahrungen und gegenseitiges Verständnis.“ In dieser Beschreibung finden sich laut Kai Burmeister eine Vielzahl von Übereinstimmungen mit der erlebten Zusammenarbeit. Dr. Christian Brüggemann habe die Wolletzklinik über mehr als zwei Jahrzehnte entscheidend mitgeprägt. „Sein Engagement, seine Integrität und sein unermüdlicher Einsatz für Patienten und Kollegen verdienen höchsten Respekt und unseren aufrichtigen Dank.“

Besonders bewegend und mit sichtlicher Rührung sprach Klinik-Verwaltungsdirektorin Christin Walsh von dem Mann, der sich eben nicht für das Prestige in einer großen Klinik entschieden, sondern sich der Reha verschrieben habe – aus Überzeugung. Sie erinnerte an Höhepunkte, wie etwa 2011 der Zulassung als Fachkrankenhaus, aber auch an Zeiten des Umbruchs, zum Beispiel als die Klinik 2011 verkauft und schließlich in den Klinikverbund der GLG aufgenommen wurde, oder auch an die Corona-Pandemie und die damit verbundene Unsicherheit. In allen diesen Situationen „haben wir uns zusammengesetzt, die Lage bewertet und angefangen zu arbeiten. Pragmatisch, unkompliziert, ohne lange Diskussionen“, würdigt Christin Walsh den scheidenden Chefarzt. Er sei immer ein „glaubwürdiger Botschafter der Klinik“ gewesen, der neben seinem medizinischen Sachverstand stets den Mensch an sich gesehen habe. „Sie gehörten nie zu den Menschen, die zuerst fragen: ‚Wer ist zuständig?‘, sondern immer sagten ‚Was können wir tun?‘. Dafür bin ich unendlich dankbar“, so Christin Walsh. Der scheidende Chefarzt habe immer „wahre Größe“ gezeigt, denn er habe andere Berufsgruppen nicht nur anerkannt, sondern sie in besonderer Weise wertgeschätzt. 

Nachfolger steht fest
Seine Nachfolge hat Dr. Christian Brüggemann selbst geregelt. Sven Rekow, Facharzt für Neurologie sowie darüber hinaus auch Schlafmediziner, arbeitet seit knapp zwei Jahre in Wolletz. Er erinnerte sich an das erste Telefonat mit seinem zukünftigen Chef, bei dem er ihn zu einem Besuch in der Klinik einlud – „um sich das ganze Elend gleich von Anfang an anzusehen“, wie er mit einem Schmunzeln berichtete. Denn das „Elend“ habe er in Wolletz gerade nicht vorgefunden, sondern stattdessen das, was sein Chef damals wie heute so lobt: das Team. Dass er diesem nun als Chefarzt der Neurologie vorsteht und damit in große Fußstapfen tritt, ist Sven Rekow sehr wohl bewusst. „Die Zeit hier in Wolletz an der Seite von Dr.  Christian Brüggemann empfinde ich als großen persönlichen Glücksfall und als Privileg. Das ermöglichte mir eine Einarbeitung und Vorbereitung, wie man sie sich hätte kaum besser wünschen können und ich habe vieles von dem sehr schnell kennengelernt, was nicht nur die Abteilung, sondern auch unser kleines Haus ausmacht: Enge, fast familiärer Umgang, wertschätzendes Miteinander, konstruktive Lösungssuche ohne Scheu vor manchmal unkonventionellen Lösungen, große Hingabe in der Arbeit mit den Rehabilitanden und eine ordentliche Portion Humor“, so Sven Rekow in seiner Rede. Vieles von der Arbeit Dr. Christian Brüggemanns werde über seinen letzten Arbeitstag hinaus wirken. „Und wenn Sie sich ‚unser Elend‘ wieder einmal anschauen wollen, finden wir hier immer etwas zu tun für Sie.“

Im Anschluss an die offizielle Feier zum Abschied von Dr, Christian Brüggemann fand an diesem Freitag das traditionelle Sommerfest für die Mitarbeiter stand. Auch hier stand der scheidende Chefarzt, der übrigens auch für seine Gesangskünste immer sehr gelobt wurde, im Mittelpunkt. Gemeinsam erinnerten sich die Kollegen an vergangene Zeiten und so manche Anekdote, sangen und tanzten bis in die späte Nacht.