Gemeinsam für mehr Lebensqualität in der regionalen Palliativversorgung

Wie können schwerstkranke Menschen gut begleitet und frühzeitig eine gut abgestimmte Versorgung aufnehmen? Über diese zentrale Frage diskutierten am 18. Februar 2026 insgesamt 57 Fachkräfte aus der regionalen Palliativversorgung im Großen Saal der GLG mbH. Im Zentrum des hybriden Info-Abends „Palliativ im Gespräch“ stand die Vorstellung des innovativen Projekts „SEELE“, das eine Brücke zwischen ambulanter Betreuung und stationärem Aufenthalt schlagen will.

Den Auftakt des Abends gestalteten Bernd Himstedt (Leiter) und sein Stellvertreter Jan Böhm vom Interdisziplinären Palliativzentrum am GLG Werner Forßmann Klinikum. Drei gezielte Impulsvorträge eröffneten anschließend tiefgehende Einblicke in die moderne Palliativversorgung. Die Psychotherapeutin Olivia Zschaler verdeutlichte, dass Palliativversorgung weit über die rein medizinische Behandlung hinausgeht. Mit berührenden Beispielen sprach sie über die emotionalen Herausforderungen und die psychische Last, die Familien gemeinsam tragen müssen. Um die Theorie direkt erlebbar zu machen, leitete Lina Pfisterer die Teilnehmenden durch eine gemeinsame Achtsamkeitsübung. So schuf sie mitten im Vortrag einen wertvollen Moment des Innehaltens. Eine kurze Pause zum tiefen Durchatmen, die im oft hektischen Pflegealltag der Fachkräfte sonst zu kurz kommt.
Der Leiter des Notfallzentrums des GLG Werner Forßmann Klinikum, Dr. Dr. Sebastian Stenkamp, erklärte praxisnah, wie Palliativpatienten in Krisensituationen bestmöglich aufgefangen werden können. Sein Vortrag bildete die Basis für einen regen Austausch darüber, wie die Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure in der Region noch besser verzahnt werden kann.
Im dritten Impulsvortrag erhielten die Teilnehmenden einen detaillierten Einblick in das Projekt „SEELE“, in die palliativmedizinische Tagesklinik sowie die aktuelle Prozessevaluation. Das Akronym SEELE steht dabei programmatisch für den Erhalt von Selbstständigkeit und Lebensqualität am Lebensende.
Das Ziel des Projekts ist so simpel wie wirkungsvoll: Patienten erhalten tagsüber alle notwendigen Behandlungen, Therapien und Gespräche an einem Ort gebündelt, können den Abend und die Nacht aber in ihrem eigenen Bett verbringen. „Wir wollen unnötige stationäre Aufnahmen vermeiden und die ambulante Pflege zu Hause stabilisieren“, hieß es während der Vorstellung.

Zum Abschluss des Abends wurde deutlich, dass eine gute Versorgung am Lebensende vor allem Teamarbeit ist. 
In der Schlussbemerkung wurde die Wichtigkeit der sektorenübergreifenden Kooperation betont. Beim anschließenden Netzwerken am Buffet mit Fingerfood nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit, neue Kontakte zu knüpfen und bestehende Kooperationen zu vertiefen.

 

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