Höchste Präzision von Kopf bis Becken: Klinik für Neurochirurgie als Wirbelsäulenspezialzentrum zertifiziert

Die Klinik für Neurochirurgie am GLG Werner Forßmann Klinikum Eberswalde setzt einen neuen Qualitätsmaßstab für den Nordosten Deutschlands. Ab sofort führt die Klinik offiziell das Zertifikat der Deutschen Wirbelsäulengesellschaft (DWG) als „Wirbelsäulenspezialzentrum“. Damit ist sie die einzige Einrichtung dieser Spezialisierungsstufe in Nordostbrandenburg und in weiten Teilen Mecklenburg-Vorpommerns.

 

Qualität ist mehr als eine Zahl: Rund 1.100 Operationen führt die Klinik für Neurochirurgie jährlich durch. Für die Zertifizierung als Wirbelsäulenspezialzentrum reicht ein hohes Operationsvolumen allein jedoch nicht aus. Entscheidend sind strukturierte Abläufe, interdisziplinäre Zusammenarbeit und definierte Qualitätskriterien.

Chefarzt Dr. Stefan Schreiber erklärt den Fokus der Zertifizierungsphase: „Ein Wirbelsäulenspezialzentrum beschreibt nicht nur operative Fallzahlen, sondern das gesamte Versorgungsnetzwerk und die Struktur der Klinik. Wir bilden die komplette Behandlung der Wirbelsäule ab – vom Schädelansatz bis zum Becken. Neben der technischen Ausstattung ist vor allem die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit im Haus entscheidend, unter anderem mit Onkologie, Radiologie, Anästhesie, Intensivmedizin sowie Schmerz- und Physiotherapie.“

Die Zertifizierung ist somit ein externer Nachweis für die strukturierte Qualität der Versorgung. Das GLG Werner Forßmann Klinikum Eberswalde ist zudem Akademisches Lehrkrankenhaus der Charité- Universitätsmedizin Berlin.

 

„Jeder Patient wird bei uns individuell besprochen“, erklärt Dr. Sonia Montazeri, Leitende Oberärztin und Koordinatorin des DWG-Wirbelsäulenzentrums. „Häufig kommen Patientinnen und Patienten mit einer OP-Einweisung zu uns. In vielen Fällen prüfen wir jedoch zunächst konservative Therapieoptionen.“ Für die Zertifizierung muss das Zentrum unter anderem Erfolge in konservativen Behandlungsverfahren wie Schmerztherapie und Physiotherapie nachweisen. Die Entwicklung in der Wirbelsäulenmedizin zeigt, dass zahlreiche Erkrankungen – etwa Bandscheibenvorfälle – erfolgreich ohne Operation behandelt werden können.

 

Ein besonderer Schwerpunkt des Zentrums liegt auf komplexen Behandlungen in enger Zusammenarbeit mit anderen Fachbereichen des Klinikums. Während degenerative Erkrankungen wie Bandscheibenvorfälle oder Spinalkanalstenosen zum klinischen Alltag gehören, ist das Wirbelsäulenspezialzentrum insbesondere auf anspruchsvolle Fälle spezialisiert, beispielsweise Tumorerkrankungen der Wirbelsäule, komplexe Traumata oder Querschnittverletzungen. Im Bereich der Rehabilitation besteht eine enge Kooperation mit der BDH Klinik Greifswald für die Weiterbehandlung von Patientinnen und Patienten mit Querschnittverletzungen. Weitere Kooperationen bestehen unter anderem mit dem Krankenhaus Märkisch-Oderland in Strausberg, dem AMEOS Klinikum Ueckermünde sowie dem Krankenhaus Schwedt.  „Das GLG Werner Forßmann Klinikum versorgt ein Einzugsgebiet von rund 400.000 Menschen. Mit dem Wirbelsäulenspezialzentrum erweitern wir unser spezialisiertes Angebot auch überregional“, so Dr. Stefan Schreiber.

 

Die Neurochirurgie befasst sich mit der Diagnostik und operativen Behandlung von Erkrankungen des Gehirns, des Rückenmarks und der peripheren Nerven. Im Bereich der Wirbelsäulenchirurgie kommen unter anderem KI-unterstützte 3D-Planungsverfahren sowie robotisch assistierte Systeme zur präzisen Instrumentierung zum Einsatz. Dabei gilt: Moderne Technik unterstützt die Behandlung,  die ärztliche Entscheidung bleibt zentral. „Wir entscheiden gemeinsam mit unseren Patientinnen und Patienten, welcher Weg medizinisch sinnvoll ist“, betonen Dr. Sonia Montazeri und Dr. Stefan Schreiber.

 

„Diese Zertifizierung ist für die gesamte Region von großer Bedeutung“, erklärt GLG-Geschäftsführerin Dr. Steffi Miroslau. „Hochkomplexe Behandlungen erfordern strukturierte Abläufe, moderne technische Ausstattung und speziell qualifiziertes Fachpersonal. Die Zertifizierung bestätigt, dass diese Voraussetzungen in Eberswalde erfüllt sind.“