Zwischen Kinderneurologie und Kinderschutz: 43. Pädiatertag setzt neue Impulse für die Region

Zum 43. Mal fand der Pädiatertag des GLG Werner Forßmann Klinikums in dem Räumlichkeiten des EBU-Zents statt. Ein Tag, an dem Kinderärzte und -ärztinnen aus der Region zusammen kamen und sich unter dem passgenauen Motto „Kopf-Sache“ einen Nachmittag lang den komplexen Herausforderungen der Kinderneurologie, Psychosomatik und dem regionalen Kinderschutz widmeten.

Das Motto „Kopf-Sache“ zog sich wie ein roter Faden durch das Programm. Dabei ging es den Veranstaltern nicht nur um die physische Komponente des Gehirns, sondern auch um die psychischen Aspekte und die notwendige Aufmerksamkeit im Umgang mit sensiblen Patientengruppen. 

Den Auftakt machten klinische Fälle aus dem Grenzbereich zwischen Neurologie und Radiologie. Oberarzt der Kinderklinik des Forßmann Klinikums, Peter Freudenberg und Oberärztin der Klinik für Radiologie und Neuroradiologie des Forßmann Klinikums, Alexandra Miersch demonstrierten eindrucksvoll, wie moderne Bildgebung dabei hilft, Symptome wie Kopfdruck und Sehstörungen sicher einzuordnen. Ein fachliches Highlight war die Kooperation mit der Charité Berlin: Die Neuropädiaterin Dr. Anne Drenckhahn gab dem Fachpublikum ein Update zu neuesten Entwicklungen bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen des Zentralen Nervensystems.
Dass Neurologie oft auch Notfallmedizin bedeutet, unterstrich Assistenzärztin in der Kinderklinik am Forßmann Klinikum Anne Zimmermann, die die Alarmzeichen bei Lähmungserscheinungen und Sensibilitätsverlusten definierte. Den Übergang zur Seele bildete das Thema der dissoziativen Störungen, vorgestellt von Dr. Dieter Hüseman (in Vertretung für Sabine Gairing, Chefärztin der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie des Martin Gropius Krankenhauses). Dass der Körper oft ausspricht, was der Geist verdrängt, wurde zudem an den Beispielen verdrängter Schwangerschaften, durch Ralf Brzenska, Gynäkologie des Krankenhauses Märkisch-Oderland, aufgezeigt. Des Weiteren referierte die Oberärztin der Kinderklinik am Forßmann Klinikum Catrin Straßburger zu komplexer Magen-Darm-Symptomatiken.

Ein Meilenstein zum Abschluss: 
Den zukunftsweisenden Schlusspunkt der 43. Auflage setzte Chefarzt Dr. Dieter Hüseman mit der Vorstellung der neuen Kinderschutz-Ambulanz am Werner Forßmann Klinikum: 
„Kinderschutz ist im wahrsten Sinne des Wortes ‚Kopf-Sache‘ – er erfordert Wachsamkeit, interdisziplinäres Denken und eine klare Struktur“, erklärte Dr. Dieter Hüseman. Die Etablierung dieser Ambulanz markiert einen wichtigen Fortschritt für die Versorgungssicherheit von Kindern und Jugendlichen in der gesamten Region.
Mit der Mischung aus hochspezialisierter Fachmedizin und gesellschaftlich relevanten Themen unterstrich der 43. Pädiatertag erneut seine Bedeutung als zentrale Veranstaltung für berufsgruppenübergreifende kollegiale Begegnung und fachlichen Austausch zwischen ambulant und stationär Tätigen.

 

Redaktion + Fotos: Annalena Ortmann

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