Heilungsfördernde Räume für Körper, Geist und Seele

Ein großer und rundum gelungener Schritt für das GLG Martin Gropius Krankenhaus zeigt, wie moderne Innenraumgestaltung die Psychiatrie bereichern kann: Im Rahmen einer feierlichen Eröffnung wurden die neuen Räumlichkeiten für den Fachtherapiebereich offiziell ihrer Bestimmung übergeben. Zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verschiedenster Berufsgruppen des Krankenhauses waren an diesem Tag vor Ort, um die neuen Räume zu besichtigen, zu erkunden und sich neue Impulse für den Arbeitsalltag zu holen.

Hinter der Entstehung der neuen Räume steht eine starke Zusammenarbeit. „Als die Tagesklinik der Erwachsenen in einen neuen Arbeitsbereich umzog, konnten wir erstmalig einen freien Klinikbereich umbauen und gestalten. Mit dem Dienstleistungspartner Atelier Gebel ist es uns gelungen, Genesungsräume zu gestalten“, sagte Sylvia Markl, Verwaltungsdirektorin des Gropius Krankenhau ses stolz. „Welche Rolle spielen Räume bei der Genesung von psychisch erkrankten Menschen? Die Gestaltung der Umgebung ist weit mehr als nur ein ästhetischer Rahmen, sie ist aktiver Bestandteil des Heilungsprozesses.“, betonte Sabine Gairing, Chefärztin der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Sie zeigte sich ebenso begeistert von den neuen Räumlichkeiten und den dadurch eröffneten, völlig neuen Möglichkeiten: „Mit der Erweiterung des fachtherapeutischen Bereichs wurde nachhaltig in eine moderne, zugewandte und heilungsfördernde Umgebung für unsere Patientinnen und Patienten investiert.“

Mit dem Lehrsatz des französischen Philosophen Maurice Merleau-Ponty „Wir erleben die Welt immer durch unseren Körper“ betont die Chefärztin Sabine Gairing, die Wichtigkeit der körperorientierten Therapien. „Psychisches Leiden ist auch immer ein leibliches Leiden: es verändert, wie wir uns im Raum erleben, wie eng oder weit uns die Welt erscheint, wie nah wir anderen kommen können oder nicht“, so Gairing. Die Architektur des Atelier Gebel greift diesen Gedanken auf und schafft eine Umgebung, die körperliches Erleben und inneres Wohlbefinden gezielt fördert.

Vor allem die Fachtherapien zog in den vergangenen Wochen in die Räumlichkeiten ein. Ob Kunst-, Musik-, Theater-, Koch-, Ergo-, Sport-, Tanz oder sensorische Integrationstherapie, sie alle finden hier ideale Bedingungen vor. Jana Koschinski, Fachtherapeutische Koordinatorin, die alle Anwesenden mit offenen Armen und sichtlicher Begeisterung in den neuen Räumlichkeiten empfing, brachte es auf den Punkt: „Es ist einfach wunderbar zu sehen, wie viel Leben nun in diesen Räumen pulsiert.“ Ein echtes Herzstück und eine Besonderheit ist zudem die große Therapieküche, in der wertvolle Gemeinschafts- und Gruppenerlebnisse geschaffen werden können.

Hinter dieser Entwicklung steht eine klare Vision: Die Chefärztin will den kreativ-therapeutischen Bereich künftig fördern und ausbauen. Die Überzeugung dahinter: Kreative Methoden eröffnen einen Zugang zu Gefühlen und Erlebnissen, für die Kinder, Jugendlichen und Erwachsene noch keine Worte haben. Sie stärken Selbstwert, Selbstwirksamkeit und Beziehungsfähigkeit, indem sie an den Ressourcen ansetzen statt an den Defiziten: „So können wir die psychische Gesundheit auf tiefgehende Weise fördern“, sagte Gairing.

Ein weiterer Höhepunkt des Tages war der Gastbeitrag von Dr. Reinhild Schwarte, vom Institut für Kreativität und Emotionsaktivierung in Psychotherapie und Persönlichkeitsentwicklung. Der Gastbeitrag enthielt einen inspirierenden Impulsvortrag zum Thema „Angewandte Improvisation im therapeutischen Kontext“. Dr. Schwarte beleuchtete, wie Improvisationstheater in der Therapie wirkt und wie es ganz allgemein die Lebensqualität verbessern kann. „Als Therapeutin nutze ich Übungen aus dem Improvisationstheater gezielt als wirksame Tools, um bei den Teilnehmenden emotionale Zugänge zu schaffen.“, betonte Schwarte. Diese Methoden lassen Gruppen enger zusammenwachsen und eröffnen neue, spielerische Zugänge zu Emotionen und inneren Befindlichkeiten. Der anschließende Workshop von Dr. Schwarte wurde von den verschiedenen Berufsgruppen des Gropius Krankenhauses rege und mit großer Begeisterung besucht.

Mit der Einweihung der neuen Fachtherapie-Räumlichkeiten schlägt das Gropius Krankenhaus ein zukunftsweisendes Kapitel auf. Es wird eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass innovative, kreative Therapieansätze das Fundament einer modernen, zugewandten Psychiatrie bilden, die den Menschen in seiner Ganzheit abholt.

Fotos: Torsten Stapel