Uveitis
Eine Uveitis ist eine Entzündung der mittleren Augenhaut, welche als Uvea bezeichnet wird. Diese Erkrankung kann sowohl akut als auch chronisch verlaufen und kann Menschen jeden Alters betreffen, von Kindern bis hin zu Senioren. Sie ist eine ernste Augenerkrankung, die unbehandelt zu schweren Komplikationen wie Glaukom (grüner Star), Katarakt (grauer Star) oder sogar dauerhafter Visusminderung bis hin zur Erblindung führen kann. Daher ist es wichtig, die Symptome zu erkennen und frühzeitig einen Augenarzt aufzusuchen.
Leistungen:
In unserer Klinik behandeln wir alle Formen der Uveitis (Aderhautentzündung):
- Vordere Uveitis (Iritis, Vorderkammerentzündung)
- Zwischenformen (Intermediäre Uveitis)
- Hintere Uveitis (Retinitis, Choroiditis)
- Panuveitis (Entzündung, die Anteile aller Uvea-Abschnitte betrifft)
Stationäre Diagnostik und Therapie:
Unsere Klinik bietet verschiedene diagnostische und therapeutische Maßnahmen zur ursachenabhängigen Uveitisbehandlung an. Das Spektrum der Uveitis (Aderhautentzündung) ist sehr vielfältig. Neben verschiedenen autoimmunen, neurologischen und tumorassoziierten Erkrankungen können Infektionen durch Bakterien, Viren oder Pilze im Sinne einer Endophthalmitis eine Uveitis auslösen. Hierbei können die Erreger durch ein Trauma (exogen) oder über die Blutversorgung (endogen) in das Auge gelangen. Aderhautentzündungen können in jedem Lebensalter auftreten. Insbesondere schwere Formen der Uveitis bedürfen einer umfassenden stationären Diagnostik mit ggf. Entnahme einer Glaskörperbiopsie zur Evaluation einer infektiösen endogenen oder exogenen Ursache bei Endophthalmitis.
Zur diagnostischen Evaluation besteht in unserer Abteilung die Möglichkeit zur Durchführung folgender Untersuchungen:
- OCT-Aufnahmen: Darstellung der Netzhaut, des Sehnervens und der Hornhaut, z.B. bei Makulaödem, retinale Infiltrate
- perimetrische Untersuchungen (Gesichtsfeld): Darstellung Gesichtsfeldausfälle
- Weitwinkel-Fundusfotografie: Farbdarstellung von Erkrankungen der Netzhaut, der Gefäße oder des Sehnervs
- Ultraschalluntersuchung des Auges: z.B. Darstellung des Glaskörpers bei Uveitis intermedia
- Farbstoffuntersuchung mittels Fluoreszin: spezielle Darstellung der kleinen Gefäße und Netzhautversorgung
- Operative Glaskörperbiopsie: zur Probengewinnung und Diagnostik hinsichtlich Erreger oder zellulärer Veränderungen
- Bei leichten Uveitiden des vorderen Augenabschnittes ist eine stationäre Behandlung nicht indiziert und kann ambulant erfolgen. Hierzu arbeiten wir eng mit Praxen der Region zusammen, z.B. mit dem MVZ Prenzlau am Klinikum Barnim.
In interdisziplinärer Zusammenarbeit erfolgt zudem bei Bedarf eine fächerübergreifende Beurteilung und Mitbehandlung.
- Konsiliarische Mitbeurteilung, Diagnostik und Therapieplanung, insbesondere bei systemischen Grunderkrankungen (rheumatologisch, neurologisch, nephrologisch u.a.)
- Enge Zusammenarbeit mit der Radiologie, bei Bedarf Bildgebung mittels MRT, CT mit und ohne Kontrastmittel, Angiografie und Röntgen
Nach einer gründlichen diagnostischen Evaluation erfolgt die gezielte individuelle Therapie mit allen uns zur Verfügung stehenden Maßnahmen. Die Behandlung erfolgt bei schweren Verlaufsformen stationär auf unserer Augenstation. Je nach Erkrankungsform wenden wir die verschiedenen verfügbaren Therapien je nach individueller Indikation an.
- Lokale Therapie mit Augentropfen: antientzündliche Wirkstoffe, augendrucksenkende Präparate, antivirale, antimykotische oder antibakterielle Therapeutika u.a.
- intravenöse Infusionstherapien
- subkonjunktivale oder intravitreale Injektionen (Spritzen unterhalb der Bindehaut oder in das Auge)
- Glaskörperbiopsie: zur Probengewinnung und Diagnostik hinsichtlich Erreger oder zellulärer Veränderungen
- Leichte Formen der Uveitis können ambulant behandelt werden. Hierzu arbeiten wir eng mit Praxen der Region zusammen, z.B. mit dem MVZ am Klinikum Barnim
Glaskörperoperationen mit oder ohne Linsenentfernung:
- Zur Reduktion der Entzündungslast bei Uveitis mit Glaskörperbeteiligung
- Bei infektiöser Ursache zur Entfernung infizierten Gewebes mit Eingabe von antibiotischen, antimykotischen oder antiviralen Wirkstoffen in das Auge
Was ist Uveitis?
Die Uvea besteht aus drei Teilen: der Iris (Regenbogenhaut), dem Ziliarkörper (zur Aufhängung der Linse und Akkomodation) und der Aderhaut (liegt hinter der Netzhaut und versorgt diese mit Nährstoffen). Bei einer Uveitis kann jeder dieser Bereiche betroffen sein, was zu unterschiedlichen Formen der Erkrankung führt. Folgende Arten werden unterschieden:
- Vordere Uveitis (Iritis, Vorderkammerentzündung):
Entzündung der Regenbogenhaut mit Reiz der Vorderkammer (vorderer Augenabschnitt) - Zwischenformen (Intermediäre Uveitis):
Entzündung des Ziliarkörpers mit Glaskörpertrübungen und ggfs. Beteiligung der äußeren Netzhaut - Hintere Uveitis (Choroiditis):
Entzündung der Aderhaut und der Netzhaut - Panuveitis:
Entzündung, die Anteile aller Uvea-Abschnitte betrifft
Die genauen Ursachen der Uveitis sind oft unbekannt, aber sie kann mit verschiedenen Faktoren und Erkrankungen in Verbindung gebracht werden. Dazu gehören:
- Autoimmunerkrankungen: Krankheiten wie Morbus Bechterew, Rheumatoide Arthritis oder Sarkoidose können eine Uveitis auslösen
- Infektionen: Bakterien-, Viren- oder Pilzinfektionen können zu einer Entzündung der Uvea führen. Beispiele sind Tuberkulose, Herpes oder Toxoplasmose.
- Verletzungen: Eine schwere Augenverletzung kann ebenfalls eine Uveitis verursachen.
- Endophthalmitis: Infektion des Augeninneren durch direktes Trauma (exogen) oder über die Blutversorgung (endogen) bei Schwächung des Immunsystems
- Genetische Faktoren: Bestimmte genetische Marker können das Risiko für eine Uveitis erhöhen.
Die Symptome der Uveitis variieren je nach betroffenem Bereich und Schweregrad der Entzündung. Zu den häufigsten Symptomen gehören:
- Rötung des Auges: Besonders häufig bei vorderer Uveitis.
- Schmerzen: Ein dumpfer Schmerz im Auge oder um das Auge herum.
- Sehstörungen: Verschwommenes Sehen, Visusminderung, Lichtempfindlichkeit (Photophobie) oder das Sehen von Schlieren oder Lichtphänomenen (Photopsien) sind möglich.
Die Diagnose einer Uveitis erfolgt durch eine gründliche Untersuchung beim Augenarzt, die eine Betrachtung des Auges mit einer Spaltlampe und gegebenenfalls spezielle Bildgebungsverfahren wie Ultraschall oder Farbstoffuntersuchung (Fluoreszenzangiographie) einschließt. Bluttests oder andere Untersuchungen können notwendig sein, um zugrunde liegende Ursachen zu identifizieren.
Die Behandlung hängt von der Ursache und dem Schweregrad der Entzündung ab. Häufige Behandlungsoptionen sind:
- Kortikosteroide: Diese entzündungshemmenden Medikamente können in Form von Augentropfen, Tabletten oder Injektionen verabreicht werden.
- Immunsuppressiva: Bei schweren oder chronischen Fällen können Medikamente erforderlich sein, die das Immunsystem unterdrücken.
- Antibiotika oder antivirale Medikamente: Wenn eine Infektion die Ursache ist, werden entsprechende Medikamente eingesetzt.
Es gibt keine sichere Methode, um eine Uveitis zu verhindern, aber frühzeitige Erkennung und Behandlung sind entscheidend, um Komplikationen zu vermeiden. Regelmäßige Augenuntersuchungen sind besonders wichtig für Personen mit bekannten Risikofaktoren. Patienten sollten zudem ihre Symptome aufmerksam beobachten und bei Veränderungen sofort einen Arzt aufsuchen.
Uveitis ist eine ernstzunehmende Erkrankung, aber mit der richtigen medizinischen Betreuung und regelmäßigen Nachuntersuchungen kann das Risiko von Langzeitschäden erheblich reduziert werden.